Eine Urban Fantasy-Reihe voller Geheimnisse, Magie und Herzschmerz.
Im zweiten Teil der Urban Fantasy Romance Can I trust You gerät Philina immer tiefer in den Strudel aus Magie, Gefühlen und Unsicherheit. Die ersten Schritte in eine fremde Welt liegen hinter ihr, doch Vertrauen fällt ihr schwerer als je zuvor. Zweifel an sich selbst, an ihren Fähigkeiten und an der Liebe stellen sie vor Entscheidungen, die ihr Herz brechen oder heilen können. Eine Geschichte voller Emotionen, Coming-of-Age-Momente und der Frage, wie viel Mut es braucht, wirklich zu vertrauen.
Nach dem schrecklichen Ereignis in Esmos Krankenzimmer ist Philinas Vertrauen stark erschüttert und die Fremden,
Elodie, machen ihr Angst. Umso schlimmer, dass Yannis und ihr Vater ihnen immer noch helfen wollen.
Doch als eine neue Partei auf dem Militärgelände auftaucht und Philina in eine Gruppe von Leuten aufgenommen wird,
die über völlig abwegige Fähigkeiten verfügen, weiß sie allmählich gar nicht mehr, was richtig und falsch ist.
Wem kann sie vertrauen? Und haben Yannis und ihr Vater vielleicht recht? Wieso können sich ihr Verstand und ihr Herz
nicht einigen? Wieso sehnt sie sich nach jemanden, der ihr Angst macht?
Wie wird sie sich entscheiden?
Unruhig wartete ich am Abend auf Yannis. Ich ging im Wohnzimmer auf und ab und sah immer wieder hinaus aus dem Fenster. Doch noch konnte ich ihn nicht entdecken. Dabei wurde es bereits dunkel!
Yamila und Luc beobachteten mich. Ich lenkte sie wohl von der Kinderserie ab, die ich ihnen angemacht hatte. Sie mussten den ganzen Tag zuhause bleiben. Anweisung des Königs. Das fanden die beiden total doof, also musste ich mir einiges ausdenken, um sie bei Laune zu halten. So wurde ich wenigstens von meiner Sorge abgelenkt.
Mit einem tiefen Seufzen fuhr ich mir übers Gesicht und entschied mich, kurz nach draußen zu gehen. Mir war unglaublich heiß und vielleicht würde etwas frische Luft ja auch meine Nerven beruhigen.
Kühl traf mich die Abendluft, als ich die Terrassentür öffnete und auf die steinerne Fläche hinaus trat. Laternen erhellten die Siedlung des Militärgeländes und überdeckten fast das Licht der Sterne und des langsam immer voller werdenden Mondes.
Ich ließ mich auf einen der Gartenstühle nieder, die wir in den letzten Wochen immer mal wieder genutzt hatten, wenn wir uns nach dem Unterricht beziehungsweise Arbeitstag über unsere Ergebnisse und Gedanken ausgetauscht hatten.
Es war so still hier. Nur ab und zu hörte ich eine Truppe Soldaten an der Straße vorbei laufen. Doch sonst war nichts zu hören außer die normalen Geräusche der hereinbrechenden Nacht. Schon seltsam. In unserem alten Zuhause war es nie so ruhig gewesen. Das Stadtleben war jede Minute zu hören. Doch hier nicht.
Umso lauter klang das Summen meines Handys. Ich zog es hervor und las die Nachricht. Besuch? Wieso bekamen wir denn heute noch Besuch? Ich rief die Nachricht auf, um auch den Rest von ihr zu lesen. Oh, wow.
Eilig sprang ich auf und rannte zurück ins Haus. »Mila, Luc?« Die beiden Kinder sahen auf. Ich lächelte. »Ihr müsst mir ganz schnell helfen, etwas Ordnung zu schaffen. Wir bekommen gleich Besuch und der ist sehr wichtig.«
Die beiden sahen nicht gerade überzeugt aus. Yamila deutete auf den Fernseher. »Aber die retten gerade die Prinzessin!« Ich seufzte und erwiderte: »Wie spannend. Dann helft ihr mir, nachdem sie das geschafft haben?«
»Na gut…«, kam von Luc und die beiden drehten sich wieder dem Fernseher zu. Na super. Ich atmete tief durch, nahm meine Haare zusammen und krempeln die Ärmel hoch. Dann mal los!
Ich brauchte eine gefühlte Ewigkeit. Doch dann war das Haus ordentlich und das Essen so gut wie fertig. Yamila und Luc waren mir dabei mehr im Weg, als dass sie geholfen hätten. Damit hätte ich ehrlich gesagt auch rechnen müssen. Nun gut. Zu spät.
Ich zog mich noch eilig um und brachte auch die Kleinen mit Mühe und Not dazu, sich etwas ordentlicher anzuziehen. Ich half Luc gerade dabei, seine Haare zu ordnen, als es an der Tür klingelte. Kurz sah ich auf die Uhr, dann lief ich die Treppe hinunter und schlitterte den Flur entlang. Etwas außer Atem öffnete ich die Tür. »Guten Abend.« Ich knickste etwas ungeschickt.
König Lucius von Sheringford schmunzelte. »Guten Abend, Philina. Du weißt aber schon, dass du nicht so höflich sein musst?« Ich räusperte mich etwas verlegen, erwiderte: »Seinem König sollte man mit Respekt begegnen.«
Er nickte. »Stimmt schon. Würdest du mich bitte ab jetzt trotzdem duzen? Dein Vater ist ein so alter Freund, dass es mir seltsam vorkommen würde, wenn ich in seinem Haus so förmlich angesprochen werde.« Ich beeilte mich zu nicken, meinte: »Natürlich, gern. Komm doch bitte rein.«
Ich machte Platz und mein König betrat, dicht gefolgt von seinem Wächter die Garderobe. »Die anderen dürften auch jeden Moment kommen. Soweit ich weiß, sind sie bei unseren Gästen so gut wie fertig. Für heute zumindest.«
»Oh, verstehe. Sie sind also auch dafür zuständig?« Ich schloss die Tür, nahm dem König den Mantel ab und hängte ihn auf, während ich gespannt auf die Antwort wartete.
»Genau«, bestätigte er kurz darauf. »Samuel insbesondere. Ich bat sie dazu zu stoßen, um weitere Todesfälle zu vermeiden.« Oh, okay. Dann waren das wohl die Elitekrieger oder so was.
Ich geleitete ihre Majestät ins Wohnzimmer, wo Yamila und Luc gespannt nach draußen guckten. Ich runzelte die Stirn. »Was seht ihr denn da?«, wollte ich wissen.
»Da sind Leute auf unserer Einfahrt«, erklärte Luc mir und deutete nach draußen. Ich trat neben ihn und erkannte so eine Gruppe aus zehn bis zwanzig Personen. Sie unterhielten sich angeregt und schienen dabei herumzualbern. Okay? Waren das die anderen Gäste?
»Die sind bei uns zu besuch«, erklärte ich den beiden Kindern und ging zurück an die Tür. Mein König hatte bereits von seinem Wächter etwas Zutrinken eingeschenkt bekommen. Also war er vorerst versorgt. Tatsächlich klingelte es, kurz bevor ich öffnen konnte.
Vor der Tür standen mehrere Leute, die ich nicht kannte. Na ja, fast alle kannte ich nicht. Etwas weiter hinten, neben einem Kerl mit rotem Haar, stand Rick und lächelte mich freundlich an.
»Guten Abend, Philina«, sagte da eine melodische Männerstimme und zog meine Aufmerksamkeit auf einen Mann mit schwarzem Haar und freundlichen Augen. »Wir sind der angekündigte Besuch. Mein Name ist Samuel.« Oh, der Kerl war also der Experte unter den Experten, interessant. Er schmunzelte. »Wie ich sehe, hast du bereits von mir gehört. Yannis kommt im übrigen auch jeden Moment. Er hilft noch deinem Vater bei ein paar Formalitäten.«
Ich blinzelte ein paar Mal, nickte dann. »Okay. Dann… kommt doch rein.« Ich trat beiseite und ließ die Gruppe ins Haus. Jeder von ihnen schüttelte mir die Hand und stellte sich vor. Bei der Namensflut konnte ich mir jedoch beim besten Willen keinen einzigen merken. Wenigstens zwei kannte ich ja aber.
»Lucius ist im Wohnzimmer«, sagte Samuel da und der Rothaarige neben Rick reckte einen Daumen in die Luft, meinte: »Perfekt. Er schuldet mir noch einen Zehner.« Bitte?
Etwas verdattert sah ich zu, wie die Gruppe sich aus ihren Mänteln schälte und dann rüber ins Wohnzimmer ging.
»Macht mal einer Felice die Terrassentür auf?«, ergriff Samuel da erneut das Wort und eine kleine Frau mit schwarzen Zöpfen tat wie geheißen. Felice trat mit schwingendem Rock ins Wohnzimmer und wurde prompt von einer weiteren zierlichen Frau geknuddelt.
Felice hob sie von den Füßen. »Hey!«, rief sie aus und lächelte die Frau an. »Alles gut verlaufen?«
Rick trat zu mir und versperrte mir so die Sicht auf die beiden Frauen. Er lächelte. »Ein ziemlicher Überfall, was?« Ich konnte nur nicken. »Lucius möchte, dass sich alle Beteiligten an der aktuellen Mission austauschen und Alois hat sein Zuhause angeboten.«
»Verstehe. Seid ihr die Experten, die der König holen wollte?« Mein Blick glitt über die Anwesenden, die sich inzwischen im Wohnzimmer ausgebreitet hatten. Zum Glück hatte man uns ein großes Haus zugeteilt. Sonst wäre es wirklich eng geworden.
»Ja, kann man so sagen.« Rick lehnte sich neben mir an die Wand. »Manche sind aber auch nur Begleitpersonen.«
»Verstehe«, sagte ich erneut. »Und was ist Samuels Spezialgebiet? Er scheint ja so was wie der Mittelpunkt eurer Gruppe zu sein.«
Rick schmunzelte. »Mittelpunkt würde ich jetzt nicht unbedingt sagen. Er steht da so ungern. Aber er kann nunmal etwas, das sonst keiner von uns kann.« Okay? Damit war ich jetzt genauso schlau wie vorher.
»Mein Spezialgebiet sind die Gedanken«, erklang da die melodiöse Stimme hinter mir. Ich zuckte zusammen und fuhr herum. Wenn man vom Teufel spricht… Samuel schmunzelte. »Ich hoffe nicht, dass ich der Teufel bin. Normalerweise versuche ich eher Bösewichte zu besiegen.« Ich blinzelte verwirrt. Rick lachte leicht. Samuel räusperte sich. »Entschuldige. Ich dachte, dein Vater hätte dir schon alles erzählt. Mein Fehler.« Er verwirrte mich irgendwie immer mehr. Und mein Vater war wie ein Buch mit sieben Siegeln. Da bekam man gar nichts raus.
»Ja, dein Vater ist recht verschwiegen.« Ich starrte Samuel an. Er räusperte sich. »´Tschuldigung. Fangen wir nochmal von vorne an.« Er streckte mir seine Hand entgegen, die ich verdattert ergriff. »Ich bin Samuel Lane, Wächter, Begabter und sozial nicht sonderlich bewandert.«
»Okay?« Ich kam nicht mehr mit. »Philina Petsch?« Wenn er sich schon vorstellte? »Und was bedeutet ‘Begabter’?«
»Das ich über eine besondere Fähigkeit verfüge.« Logisch. Doch wirklich schlauer war ich nicht. Samuel öffnete den Mund, hoffentlich, um mir etwas zu erklären, doch unterbrach ihn der Ruf: »Guten Abend!« Dad und Yannis betraten das Wohnzimmer und wurden herzlich begrüßt. Mein bester Freund schien sich ja schon richtig eingefügt zu haben. Er umarmte alle, den König eingeschlossen und wurde direkt von einem Kerl mit braunem Haar in ein Gespräch verwickelt.
»Guten Abend, Schatz.« Dad drückte mich und platzierte einen Kuss auf meiner Stirn. Ich lächelte leicht und erwiderte den Gruß. Er lächelte. »Wie ich sehe, hast du Samuel schon kennengelernt. Er wollte nämlich noch mit dir sprechen.«
»Mit mir?«, brachte ich heraus und sah den Mann erstaunt an. Samuel lächelte und nickte, erklärte dann: »Über Elodie.« Augenblicklich wurde mir eiskalt.
»Ich möchte nicht über sie sprechen«, erklärte ich. Samuel seufzte und nickte leicht. Vor meinem Inneren Auge sah ich bereits wieder Elodies Blick, so voller Wut und Hass, während sie das Messer warf, das mich nur knapp verfehlt und einem jungen Kerl das Leben gekostet hatte.
»Es ist etwas Schreckliches passiert, das definitiv nicht ohne Konsequenzen bleiben darf«, kam es von dem etwas seltsamen Kern der Operation. »Es hat Spuren hinterlassen, was nur zu natürlich ist.« Seine sanften Augen lagen auf mir. »Doch möchte sie nicht mit mir oder irgendeinem anderen von uns reden.«
»Und?« Meine Stimme klang heiser und ich räusperte mich, um das beklemmende Gefühl in meiner Kehle loszuwerden.
»Sie hat nach dir gefragt.« Geschockt blieb mein Herz kurz stehen. Samuel hob beschwichtigend die Hände. »Ich sage nur, was passiert ist. Sie klang besorgt und scheint nur mit dir reden zu wollen.« Aber ich verstand sie doch gar nicht… außerdem machte sie mir eine Heidenangst!
»Es tut mir leid, aber ich kann da nicht wieder rein. Und nicht zu ihr«, erklärte ich und hoffte, dass niemandem das Zittern meiner Hände auffiel. Dad legte einen Arm um mich. War ja klar, dass es seinem geschulten Auge nicht entgangen war.
Samuel nickte. »Und das verlangt auch keiner.« Doch, mein Vater… »Vielleicht könntest du mir sagen, wie du mit ihr interagiert hast. Das könnte mir helfen, zu ihr Vertrauen aufzubauen.«
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Can I trust you - Philina & Elodie
Band 3: Der Verrat
Herzzerreißendes & spannendes Finale: Sie muss sich entscheiden. Doch dann gibt es einen Weg zurück. Ist sie schneller als die Dämonen aus Elodies Vergangenheit?
In die Magie eintauchen
Can I trust you - Philina & Elodie
Sammelband: Band 1-3
Queere Coming-of-Age-Fantasy-Geschichte: Eine junge Frau zwischen Herzschmerz, Selbstzweifel und einer Welt, die plötzlich Kopf steht. Doch was, wenn Magie, Geheimnisse - und eine neue Liebe - alles verändert?
In die Magie eintauchen
Can I trust you - Philina & Elodie
Band 1: Das Fremde
Urband Fantasy Roman voller Magie, Liebe & Geheimnissen: Philina ist voller Herzschmerz und Selbstzweifeln und wird mit einer Welt konfrontiert, die plötzlich Kopf steht. Kann neue Liebe, Magie und Vertrauen ihr den Weg zeigen?
In die Magie eintauchenJugendthriller voller Spannung, Liebe & Geheimnissen: Neues Schuljahr, neue Liebe - und ein Geheimnis, das tödlicher ist als jede Prüfung.